1 · Dokumentation
Wie wir messen
Was augenmerk misst, wie ein Lauf abläuft und was wir nicht behaupten.
augenmerk misst, ob und wie eine Marke in den Antworten von KI-Systemen vorkommt: ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, Perplexity und Googles Antwortbox. Jede Zahl in der Anwendung entsteht aus gespeicherten Antworten, und jede Aussage über eine Marke ist bis zur Textstelle in der Originalantwort belegt. Diese Dokumentation erklärt, wie das geschieht.
Was wir messen
- Präsenz: der Anteil der Antworten, in denen eine Marke genannt wird, über die zählenden Fragen und alle Läufe. Siehe Präsenz und Position.
- Position: der Platz in der Rangliste der meistgenannten Marken eines Marktes, ausschließlich aus Rangfragen.
- Share of Voice: der Anteil der Marke an allen Markennennungen.
- Sortimentspräsenz: die Präsenz je Produktlinie, getrennt vom Markenwert.
- Kanal-Kontrast: Modellwissen ohne Websuche gegen Antworten mit Live-Suche gegen Googles Antwortbox. Siehe Kanäle und Systeme.
- Quellen: welche Domains die KI vorlegt und zitiert, und ob die eigene Website darunter ist. Siehe Quellen und Website.
- Themen und Markenbild: was die KI an einer Marke lobt und kritisiert, mit Beleg und Quelle. Siehe Belegzwang.
- Kaufprüfung: was die KI antwortet, wenn jemand die Marke vor dem Kauf gegenprüft — Nachteile, „für wen nicht“, Preis wert. Die zweite Hälfte des Kaufwegs; die meisten Werkzeuge messen nur die erste. Siehe Fragen.
- Google-Nachfrage: mit verbundener Search Console die echten Impressionen, Klicks und Suchanfragen Ihrer Website, neben den KI-Zitaten. Siehe Die Anwendung.
- KI-Zugang: ob KI-Bots die Website laut robots.txt und HTTP-Status lesen dürfen.
- Befunde und nächste Schritte: Regeln über die Messwerte, die sagen, was zu tun ist und woran man die Wirkung erkennt. Siehe Befund-Katalog.
Wie ein Lauf abläuft
Ein Lauf ist eine vollständige Messung eines Projekts. Er hat sechs Schritte, in dieser Reihenfolge.
- Der Satz vor jeder Frage. Jede Frage bekommt denselben vorangestellten Satz, der die Rolle festlegt, aus der die KI antwortet, mit Region und Sprache des Projekts. Er beeinflusst, welche Marken überhaupt genannt werden, und bleibt deshalb über alle Läufe gleich. Sein Wortlaut steht in der Anwendung unter „Wie wir messen“.
- Die Fragen. Jede aktive Frage wird in jedem Kanal einmal gestellt. Welche Fragen zur Präsenz zählen und welche nicht, steht unter Fragen.
- Die Kanäle. Zehn Systeme, in drei Kanalarten: Modellwissen, Live-Suche, Antwortbox. Jede Antwort wird vollständig gespeichert, mit Modell, Kanal, Zeitpunkt, Quellenliste und, wo das System sie preisgibt, den Suchanfragen, die es gestellt hat.
- Der Richter. Ein zweites Modell liest aus jeder Antwort heraus, welche Marken genannt werden, an welcher Stelle, mit welchem Urteil und mit welcher Quelle. Der Richter urteilt nicht frei, er zieht Textstellen heraus.
- Die Belegprüfung. Jede Textstelle wird zeichengenau gegen die gespeicherte Antwort geprüft. Was sich dort nicht findet, wird verworfen, nicht abgeschwächt.
- Die Auswertung. Aus den geprüften Nennungen entstehen Präsenz, Position, Quellenbild, Themen und Befunde. Dazu kommt mit jedem Lauf der Domainbefund der eigenen Website.
Die Rohantwort wird gespeichert, bevor sie bewertet wird, und nie verändert. Sie lässt sich nicht wiederholen: Dieselbe Frage liefert morgen eine andere Antwort. Bessere Regeln oder ein neuer Wettbewerber lassen sich deshalb rückwirkend auf alle gespeicherten Antworten anwenden, ohne neue Messung.
Läufe und Bewegung
Eine einzelne Messung ist eine Stichprobe. Dieselbe Frage bekommt an zwei Tagen zwei verschiedene Antworten, und eine Marke kann zwischen zwei Läufen um zehn oder zwanzig Prozentpunkte schwanken, ohne dass sich etwas geändert hat. augenmerk weist deshalb zu jedem Projekt eine Schwankungsbreite aus und meldet eine Bewegung erst, wenn sie darüber liegt. Wie sie berechnet wird, steht unter Schwankungsbreite und Läufe.
Was wir nicht behaupten
- Wir weisen nach, dass eine KI etwas gesagt hat, nicht, dass es stimmt. Eine Aussage ohne Quelle stammt aus dem Modellwissen; sie kann zutreffen, muss es aber nicht. Wir zeigen sie als Aussage, nicht als Tatsache.
- Wir wissen, was die KI gesagt hat, und bei einigen Kanälen, wonach sie gesucht hat. Ob eine Suche zu einer bestimmten Quelle führte, wissen wir nicht.
- Wir sagen, was zu tun ist, nicht, ob es gewirkt hat. Das zeigt der nächste Lauf. Ein Befund gilt als erledigt, wenn seine Zahl sich bewegt, nicht, wenn jemand ihn abhakt.
- Ältere Läufe wurden nach älteren Regeln bewertet. Jede Fassung der Methodik gilt ab ihrem Ablagedatum und wird nie überschrieben. So bleibt der Verlauf vergleichbar, und die Anwendung nennt zu jedem Projekt die geltende Fassung.
Was Google selbst sagt
Google hat im Mai 2026 einen Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen veröffentlicht. Er sagt, was für Googles eigene KI-Funktionen nicht nötig ist: keine KI-Dateien wie llms.txt, kein Zerlegen von Seiten in kleine Abschnitte, kein Umschreiben für KI, keine besonderen Auszeichnungen. Was zählt, ist das Übliche: indexierbare, nützliche Inhalte, technische Grundlagen, echte statt gekaufter Erwähnungen. augenmerk empfiehlt nichts davon, was Google für unnötig erklärt, und misst genau das, was Google offenlässt: was die anderen Systeme sagen.
Seit Juni 2026 zeigt die Search Console außerdem einen eigenen Bericht zu Impressionen in AI Overviews und AI Mode, je Seite. Das ist die einzige Zahl zur KI-Sichtbarkeit, die von einem KI-Anbieter selbst stammt, und sie gilt nur für Google. Werkzeugen wie augenmerk stellt Google diesen Bericht noch nicht bereit (Stand September 2026); die übrigen Search-Console-Daten — Impressionen, Klicks, Suchanfragen je Seite — lesen wir bereits, wenn Sie Ihre Property verbinden. Sobald Google die KI-Impressionen freigibt, stehen sie in der Lückensicht neben unserer Messung.
Wo die Daten liegen
augenmerk wird in Hamburg entwickelt und betrieben. Die Daten liegen in Frankfurt. Die KI-Systeme selbst werden über die Schnittstellen ihrer Anbieter befragt; dorthin gehen die Fragen, nicht die Daten der Kunden.
Stand: 2026-09-16